Tom Hanks Leben

Wenn Hollywood eine Schulklasse wäre, dann ist Jim Carrey der Klassenclown, Johnny Depp der Rebell und Tom Hanks der Musterschüler. Der aufgeweckte Naseweis, der immer die besten Noten hat, den aber trotzdem alle mögen, weil er sie auch mal abschreiben lässt, wenn Not am Mann ist. Toms eigene Kindheit war keineswegs so idyllisch. Sein Vater Amos trennte sich von Mutter Hanks, als Tom fünf Jahre alt war, und zog als Koch durch die Lande. Weil er ständig einen neuen Job in irgendeiner anderen Stadt annahm, lernte Tom in insgesamt sechs verschiedenen Volksschulen lesen und schreiben. Dazu kamen zig Stiefmütter. Ergebnis: Tom war extrem verschüchtert und hyperaktiv, fast verhaltensgestört. „Meine Kindheit war wohl die Grundlage für meine schauspielerische Begabung“, sagt Tom, „ich musste mich ständig irgendwo neu anpassen!“ Als „Therapie“ steckte man ihn eines Tages in die Schultheatergruppe. Spätestens als Tom im College-Studentenalter eine Aufführung von Eugene O´Neills The Iceman Cometh sah, stand sein Entschluss fest: Ich will Schauspieler werden! Tom belegte an der California State University in Sacramento „Acting“ und erntete erste Lorbeeren in Shakespeares Die Widerspenstigen Zähmung. Er beschloss, nach New York zu gehen, um Karriere zu machen. Der erste Schritt: Eine Rolle in einer sehr mäßigen B-Horror-Produktion namens Blood Wedding (1980). Tom ließ sich nicht entmutigen und landete einige Engagements als TV-Seriendarsteller: Neben einer fixen Rolle in der Cross-Dress-Comedy Bosom Buddies hatte Tom Gastauftritte u. a. in Love Boat, Familienbande, Taxi und Happy Days. Schließlich sprach er für eine kleine Rolle in Splash — Eine Jungfrau am Haken (1984) vor — und landete die Hauptrolle. Der Film mit den beiden Newcomern Tom Hanks und Daryll Hannah wurde zum Hit, gleich darauf folgte allerdings mit mäßig erfolgreichem Material eine Durststrecke, bis die Rolle als Junge im Männerkörper, Big (1987), Tom Hanks die erste Oscar-Nominierungen einbrachte. Und jetzt war ihm der Knopf aufgegangen: Hauptrollen in so verschiedenen Filmen wie Scott & Huutsch, Fegefeuer der Eitelkeiten, Eine Klasse für sich usw. waren erst der Anfang. Seitdem ist Tom Hanks Filmografie eine einzige Reihe von Mega-Erfolgen, sogar seine erste Regiearbeit That Thing You Do (1996) wurde von den Kritikern gelobt. Und in seinen Hauptrollen — ob als allererster AIDS-Kranker in einer Major-Produktion (Philadelphia), ob als Captain in Der Soldat James Ryan, ob als netter Kerl an Meg Ryans Seite (Schlaflos in Seattle, e-m@il für Dich) oder als heldenhafter Astronaut (Apollo 13) — verkörpert Tom Hanks perfekt den amerikanischen Traum, ohne unangenehmes Pathos zu verströmen. Ein Garant für echtes Kassen-Heldentum. Auch wenn Tom die Hauptrolle in American Beauty aus Zeitmangel ausgeschlagen hat und so Kevin Spacey den Weg zum Oscar ebnete.